„Yabonga” heißt danke

„...und dann öffnet die Hölle ihre Pforten. Und ich wurde von einer Welle von Abneigung, Ekel und Verachtung überrollt.”
Anna, 29, über das Gefühl nach ihrer HIV-Diagnose


„Mein Mann, der mich angesteckt hat, hat mich verstossen, als er erfuhr, dass ich den Virus habe. Meinem zehnjährigen Sohn traue ich mich nicht zu sagen, warum ich so krank bin. Er würde in der Schule zum Außenseiter werden...”
Ibi, 26, inzwischen durch Aids erblindet. Als sie die Blindenschrift erlernt hatte, wurde ihr Körper gelähmt, so dass sie das Erlernte nicht mehr anwenden konnte.


„Ich bin positiv. Ich kam schon so zur Welt. Ich weiß nicht, wie lange ich zu leben habe. Zur Zeit geht es mir gut.”
Niko, 11, in einem Yabonga-Support-Center


„75 Prozent meiner Toten starben an Aids. Aids ist mein bester Geschäftspartner. Viele, die an dieser Krankheit zugrunde gingen, sind nicht einmal dreißig Jahre alt.”
Linda, Bestattungsunternehmerin


Gerade in den am härtesten betroffenen Regionen ist Aids noch immer das größte Tabuthema. Yabonga hilft – aufzuklären, den Betroffenen aus der Isolation zu kommen, ihr Immunsystem zu stärken, ihr Wissen weiterzugeben - gemäß des Mottos „Know Your Status – Live Longer”.


Wie hilft Yabonga?

Eine halbe Stunde Autofahrt von einer der schönsten Küstenstraßen der Welt entfernt ziehen sich Alleen der Trostlosigkeit durch die Townships von Kapstadt. Eine Trostlosigkeit ohne Aussicht: Über 40 Prozent der Bewohner sind mit dem HIV-Virus infiziert, mehr als 130.000 Kinder stecken sich jährlich bei ihren Eltern an. Bis im Jahr 2010 ist auf Grund von Aids mit zwei Millionen Waisen zu rechnen.

Zahlen, die bekannt sind. Nicht bekannt ist allerdings, dass in Südafrika, trotz einer der höchsten HIV-Raten weltweit, Aids, vor allem in den Townships noch immer ein schier unüberwindbares Tabuthema darstellt.

Yabonga hilft, die Mauern des Schweigens und des Schamgefühls, hinter denen sich die Betroffenen verbarrikadieren, nieder zu reissen. HIV-Infizierten, die sich wert- und nutzlos fühlen, Arbeit und Aufgaben zu verschaffen. Das Risiko der Infektion durch Aufklärungskampagnen zu mindern.

Die Yabonga HIV- und Aidshilfsprojekte in den Townships von Kapstadt

„Nicht Wohltätigkeit, sondern Hilfe zur Selbsthilfe” lautet das Credo der Yabonga-Gründerin Dr. Ursel Berlin-Barnes, die 1998 von Wien nach Kapstadt auswanderte, und anfangs im Alleingang Yabonga ins Leben rief. Das von ihr entwickelte „Peer Educator Training” von Yabonga wurde im Februar 2007 bei dem prestigeträchtigen Charity-Wettbewerb Impumelelo Innovations Award Trust ausgezeichnet, der aus 3000 Projekten 30 Preiswürdige auswählt.

Ziel des Programms und der Ausbildung ist es, infizierte Menschen, vor allem Frauen, emotional und intellektuell so zu stärken, dass sie anderen im Umgang mit HIV/Aids helfen können. Das umfasst sowohl die Leitung von Hilfsgruppen, als auch individuelle Betreuung.

Die Peer Education-Ausbildung, die im Yabonga Headquarter stattfindet, umfasst drei Hauptziele:
a)eine umfassende Ausbildung in HIV/Aids-Theorie
b)eine Verbesserung der Lebenserhaltungssituation - die Frauen lernen zum Beispiel, einen Gemüsegarten anzulegen oder das Fertigen von Kunstgewerbe, das via Yabonga vertrieben wird, und/oder erhalten eine Ausbildung in Hauskrankenhilfe.
c) Konzepte für ein besseres Leben mit HIV/Aids in den Gemeinden weiterzugeben. Das heißt, in einem Yabonga Support Center als Peer Educator zu arbeiten.

Der erste Schritt in der Ausbildung ist das Outing, das öffentliche Leben mit der Krankheit. Die Teilnehmer tragen T-Shirts mit folgenden Sätzen: „I know my status, do you?“ „Live positively with HIV.“

Bisher wurden cirka 120 Frauen ausgebildet, von denen heute 70 bei Yabonga angestellt, einige inzwischen verstorben und einige von anderen Hilfsorganisationen übernommen worden sind.

Kampf dem Tabu oder Aufklärung und Hilfe in den Yabonga Support Centres:

In unmittelbarer Nähe von den auf Aids und Geschlechtskrankheiten spezialisierten Kliniken in den Townships befinden sich die neun Yabonga Support-Centers, wo zur Zeit siebzig „Peer Educators” und eine für Härtefälle ausgebildete Sozialarbeiterin Betroffenen sowie ihren oftmals ebenfalls „positiven” Kindern psychologische Hilfe anbieten und die Klienten die Möglichkeit haben, über ihre Sorgen und Ängste in Gruppen zu sprechen.

Die 4-6stündigen Wartezeiten in den Kliniken, nützen die Peer Educators dazu, die Menschen über HIV/Aids zu informieren und sie gleichzeitig aufzufordern, sich gleich in der Klinik testen zu lassen. Dabei entstehen intensive und teilweise überlebenswichtige Diskussionen, da das Thema grundsätzlich tabuisiert ist.

Yabonga und die Kinder


„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen,” lautet ein afrikanisches Sprichwort. Nur wenn die Bewohner dieses Dorfes, in diesem Fall der communities in den townships, zu krank, zu schwach sind oder gar sterben, bleiben die Kinder sich selbst überlassen. Abgesehen davon schockierten die Kindergärten durch miefige, dunkle Wellblechhütten, die hoffnungslos überfüllt waren, Personalmangel, kein Spielzeug, schlechtes Essen.

Die ursprüngliche Idee: Mit Yabonga wollte Ursel Berlin-Barnes vor neun Jahren vor allem eine besseren Betreuung für Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter in den Townships von Kapstadt initiieren. Nach und nach stellte sich heraus, dass die Kindergärtnerinnen sich weigerten HIV-infizierte Kinder zu betreuen. Daraus entstand die Sehnsucht und der Wunsch, Entwicklungshilfe für Menschen zu leisten, die durch ihren Positivstatus auch in der eigenen Gemeinschaft – im besten Fall – als Außenseiter gelten.

Für eigens ausgebildete Tagesmütter installiert Yabonga umgebaute Container, die eine pädagogische Betreuung und regelmäßige Ernährung der Kinder ermöglichen. Zur Zeit existieren fünf solche Educare-Centers, die von Yabonga betrieben werden.

Yabonga betreibt ein „Up-Grading” der von der Gemeinde betriebenen Kinderbetreuungen –Vergrößerung der Räumlichkeiten, mehr Betreuungspersonal, Investment in die Ausbildung der beschäftigten Frauen, pädagogische Materialien.

In den Support Centers wird zusätzlich verstärkt an der Betreuung der Gruppe „Orphans and Vulnerable children” gearbeitet. Abgesehen von der psychologischen Betreuung und Unterstützung werden für HIV-positive Kinder bzw. Kindern von HIV-positiven Eltern Freizeitaktivitäten und Aktionsprogramme gestaltet.

Die Finanzierung von Yabonga

Um Yabonga auf dem gegenwärtigen Status am laufen zu halten, bedarf es eines Jahresbudgets von circa 400 000 Euro.

Die ehemalige Lehrer-Ausbildnerin Ulpha Robertson und Ursel Berlin-Barnes leiten ehrenamtlich die Geschicke von Yabonga.

In Planung ist eine Expansion des Projekts in weitere Provinzen Südafrikas. Die Lohnfinanzierung der über 70köpfigen Yabonga-Crew wird teils vom nationalen „Department of Health”, teils von südafrikanischen Privatsponsoren betrieben. Die Problematik: In den staatlichen Unterstützungsinstitutionen dauert es manchmal Monate, bis zugesagte Gelder endlich fließen.

Zusätzlich verschlingen Transporte für die Kranken als auch die Peer Educators, eine mobile Suppenküche, die Hausversorgung von Kranken, Essens- und Hygienepakete für die Kindergärten und Supportcenters, der Ausbau und die Bestückung von Kindergärten und Schulen und die Instandhaltung der bestehenden Institutionen usw. große Summen.

Yabonga erhielt nach eingehender Prüfung bereits zwei Mal eine Kofinanzierung der „Austrian Development Agency” (ADA), die dem Außenamt untersteht. Dies kommt einem verlässliches Gütesiegel für die Seriosität und Professionalität des Projekts gleich. Jetzt sollen Aktivitäten in Österreich erneut eine Kofinanzierung mit Hilfe von ADA ermöglichen.

Das Prinzip der ADA basiert auf der Verdoppelung privater Sponsorengelder. Jede Spende kommt in Folge in doppelter Höhe Yabonga zu Gute.

Für institutionelle Sponsoren besteht neben Patenschaften die Möglichkeit von punktuellen Unterstützungen (Schulausbau, Errichtung von Support Centren, Initialförderung neuer Projekte, etc.).

Da in Österreich Spenden noch immer nicht steuerlich absetzbar sind, bietet Yabonga den Sponsoren die Möglichkeit an, ihrer Unterstützung entsprechende Werbewirksamkeit mittels Presseberichten, Gratisinseraten etc. zuteil werden zu lassen.

Gleichzeitig wird in den südafrikanische Medien regelmäßig über Charity-Aktivitäten von ausländischen Sponsoren in Südafrika berichtet.

Kontakt und Informationen:
Julia Bogner/„Yabonga”Österreich
Mobil:0676/311 44 75
e-mail: julia.bogner@chello.at
website: www.yabonga.com
     
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