Nie wieder in den Dialog mit Öko-Vati Bernd gehen.
Der Sommer geht leider in die Knie. Und ich habe es aufgegeben, mit einer Strafbüchse bewaffnet, zwei Euro einzufordern bei jeder Person, die den Seufzer „Es herbstelt!“ von sich gibt. Auch bei noch einmal kräftigen Sonnen-Muskelspielen sowas wie „Oft wird’s jetzt nimmer so sein“ zu stöhnen, ist strafpflichtig. Ich versuche, der dräuenden Jahreszeit also Positives abzugewinnen. Und der Sieger, der natürlich auch mit meiner fortgeschrittenen Lebensphase in Zusammenhang steht: Ich muss keine Angst mehr haben. Ich bin draußen. Keine einzige Eltern-WhatsApp-Gruppe mehr in meinem Leben, wo man mit Botschaften von Öko-Vati Bernd („Sind die Fingerfarben auch tatsächlich chemiefrei!?“) torpediert wird; Vollzeitmutti Gisela fordert: „Wir müssen jetzt einmal genau definieren, was eine gesunde Jause tatsächlich bedeutet“ oder Anarcho-Jenny folgenden Vorschlag hat: „Dieses Leistungs-Denken ist so Old School, mein Vorschlag: die Kinder geben sich selber Noten, it’s giving so much more positive vibes.“ Zu meiner Zeit gab es ja noch echte analoge Elternabende, die an sich schon Attacken auf die Lebenszeit waren. Dieses stundenlange Herumdiskutieren über Werkkoffer, Nachmittagsbetreuungs-Prioritäten, Anti-Mobbing-Seminare (die ordentlich gekostet, aber nie was genützt haben) und vieles andere, was man alles in einem Fünftel des Zeitaufwands abhandeln hätte können. Sollte mir je das Glück von Enkelmäusen vergönnt sein, wird sich wahrscheinlich die KI mit solchen Debatten herumschlagen. Man füttert ChatGPT einfach mit seinen Gedanken und lässt den Dingen ihren digitalen Lauf. Wahrscheinlich dann doch ein bisserl fad.